Gabi's Porzellanpuppen- und Seidenatelier
Ca. 1 Woche nach dem Giessen ist der Rohling trocken und ausgehärtet. Er kann nun bearbeitet werden.
Das Material ist im Gegensatz zum gebrannten Porzellan sehr leicht zerbrechlich, ähnlich wie ein Schoggihase. In diesem Zustand kann der Rohling auch verändert werden, z.B. grösserer, kleinerer Mund, offene/geschlossene Augen, schmalere Wangen, kleinere Nase etc.. Wegnehmen kann man immer, nur ansetzen lässt sich nichts mehr. Dies ist eine sehr kreative Phase.
Die Puppen werden mit flüssigem Porzellan in Gipsformen gegossen, die nach ca. 1 Stunde geöffnet werden können. Hier ist Jeremina noch in der Form, bereit heraus genommen zu werden.
Der Kopf ist noch ein wenig feucht und liesse sich sehr leicht verbiegen wie ein warmer Schoggihase.
Das Giessen und Herausnehmen braucht Fingerspitzengefühl.
Nach ein paar Stunden sind die Giessnähte, die Finger, Finger- und Zehennägel verschliffen, der Mund und die Augen geöffnet und die Augen von innen für die Glasaugen vorbereitet.
Nun ist der Rohling bereit zum Brennen (ca. 1200 Grad).
Der Rohling gebrannt und zerbricht nur noch, wenn man ihn fallen lässt.
Durch das Brennen ist er um ca. 20% geschrumpft. Er hat nun eine glatte Oberfläche und kann bemalt werden.
Da ich farbiges Porzellan verwende, hat der Rohling bereits einen schönen, natürlichen Hautton.
Nach mehrmaligem Malen und Brennen wird dem Rohling immer mehr Leben eingehaucht.
In der Regel werden zwischen 4 – 8 Brände benötigt, bis alles stimmt.
Nun werden die Augen und die passende Perücke ausgesucht. Das ist für mich persönlich immer der spannendste Moment. Je nach Perückenwahl entsteht wieder eine ganz neue Person.
Damit die Augen auch halten, werden sie eingegipst. Danach werden die Wimpern und die Perücke aufgeklebt.
Beim nächsten Schritt wird der Körper genäht, gestopft und die Porzellanteile befestigt.
Nun ist eine kleine Person entstanden.
Mit dem Kleiderschnitt und dem gewählten Stoff versuche ich den mir vorschwebenden Charakter zu betonen.
Auf diese Weise entstehen immer wieder neue ganz unterschiedliche Puppen.